Diospyros

 Eben!Holz e.V.

Verein zum Schutz bedrohter Hölzer für Musikinstrumente

(GB)(D)

Das Anjanaharibe-Projekt im Makira Naturpark

Der Makira-Naturpark im Nordosten Madagaskars ist mit einer Fläche Makira Masoala Region von 372.470 ha das größte zusammenhängende Waldgebiet der Insel. Mit seiner außerordentlichen Artenvielfalt und seiner verbindenden Lage zwischen mehreren Nationalparks kommt diesem Gebiet eine bedeutende Rolle für eine ökologische Entwicklung der Region zu. Es grenzt im Norden an den Marojejy-Nationalpark und im Osten an den Masoala-Nationalpark, der seit 2007 zum Uno-Weltkulturerbe zählt. In diesem sowie in direkt angrenzenden Gebieten leben ca. 300000 Menschen. Kueste Um den Druck durch Brandrodungen, illegalem und unkontrolliertem Einschlag von Edelhölzern wie Ebenholz, Rosenholz und Palisander, Jagd auf Tiere und Brennholzeinschlag auf die noch intakten Waldgebiete zu verringern, sollen um den Makira-Naturpark neue Agrartechniken eingeführt werden und neue Erwerbsquellen für die lokale Bevölkerung erschlossen werden wie Anbau von Kakao. Im Unterschied zu dem benachbarten Masoala-Nationalpark darf und soll hier eine schonende nachhaltige Nutzung der Ressourcen geschehen. Der Regenwald, Garant für sauberes Trinkwasser und Schutz vor Erosion der Waldgebiete mit dünner Humusschicht, soll als entscheidende Grundlage eines gesunden und gesicherten Lebens erkannt werden.
Regenwald
Seit 2012 unterliegt der Makira-Naturpark einem besonderen Schutz im Rahmen des UN-REDD+ Programmes. So dürfen die in diesem Gebiet gespeicherten Kohlendioxyd-Mengen als CO²-Zertifikate verkauft werden und finanzieren so die Verwaltung und den Schutz der Region mit. Die Verwaltung des Naturparks obliegt der Organisation WCS-Madagaskar in Zusammenarbeit mit der Regierung von Madagaskar und den betroffenen Gemeinden. WCS ist schon seit den 1990er Jahren in Madagaskar aktiv.
Mithilfe von Satellitenfotos und durch Explorationen vor Ort hat die WCS mehrere Regionen ausgemacht, in welchen der Waldbestand zerstört oder defragmentiert ist. Diese Flächen sollen wieder in ihren ursprünglich bewachsenen Zustand zurückversetzt werden.
Eben!Holz cofinanziert die Wiederaufforstung von 46 Parzellen von insgesamt ca.100ha Größe im Anjanaharibe-Korridor im Osten des Makira Naturparks. Ziel ist es, nach einem Zeitraum von 10 Jahren den Baumbestand soweit wiederhergestellt zu haben, dass der Regenwald sich alleine regenerieren kann. Ausführender Partner des Makira-Projekts ist die WCS-Madgaskar in enger Abstimmung mit dem Zoo Zürich und dessen Kurator Dr. Martin Bauert. Von Anfang an soll die lokale Bevölkerung in die Ausführung der Projektvorhaben einbezogen und zu Beteiligten an dem Projekt werden,so dass sie einen für sich erkennbaren Nutzen an dessen Gelingen haben.

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Miaro atiala mitsinjo lavitra!
"Den Wald schützen, weit blicken"

Samen Samen Die Projektarbeiten haben Anfang 2014 begonnen. Es wurden 30 heimische Baumarten bestimmt welche in den Parzellen angepflanzt werden sollen. Von diesen wiederum werden zuerst schnellwachsende Arten herausgesucht, welche als erstes angepflanzt werden um mit ihrem Blattwerk die Unterstandlangsamer wachsenden Arten in den ersten Jahren vor der starken Sonneneinstrahlung zu Unterstandschützen. Samen werden gesammelt, getrocknet und zum Keimen gebracht. Die Keimlinge werden in mit Erde befüllte Plastiksäcke eingepflanzt und Unterstände mit Blätterdächern erstellt unter denen die Keimlinge zu Setzlingen heranwachsen können.

Schild

Die Wiederaufforstungsarbeiten Trailstehen unter dem Motto "Miaro atiala mitsinjo lavitra", das sich auch auf den Bergrenzungschildern wiederfindet mit denen das Wiederaufforstungsgebiet markiert wird. Zum Pflanzen der Setzlinge werden Streifen von 1m Breite vorbereitet.


Team Im Frühjahr 2015 Unterkunftwurde eine Unterkunft für die dauerhaft anwesenden WCS-Mitarbeiter in Form eines Holzhauses auf Pfählen fertiggestellt.





Baumpflege Ein botanischer Garten, angelegt Unterkunftauf 1 ha dient sowohl zum heranziehen von Setzlingen als auch zu Schulungszwecken. Hier können den Anwohnern der angrenzenden Ortschaften nachhaltige Bewirtschaftungskonzepte für den Regenwald gezeigt und die Mitarbeiter für die Aufforstungsarbeiten geschult werden. Es können Wege aufgezeigt werden weg von der Brandrodung hin zu alternativen Nutzungsformen des Regenwaldes. Mehrmals im Jahr werden die schon bepflanzten Streifen der Vorjahre begangen zur Erfassung der Fortschritte und Pflege der Pflanzungen.Umweltfest

Neben Radiosendungen zum Thema Makira-Naturpark wird mindestens einmal im Jahr eine Festivität rund um den Schutz der Regenwälder veranstaltet. So fand 2014 ein Fußballturnier in einer der anliegenden Ortschaften statt.